Die Grazer Schlossbergkasematten sind mit Abstand die beste Konzertvenue der Stadt. Vielleicht auch die einzige für größere Konzerte, die wirklich heraussticht und Flair hat. Beste Voraussetzungen also für das größte jährliche Metal-Event der Landeshauptstadt.
Ich hatte das Glück, für Volume.at, die ich schon seit Jahren mit meinen Bildern unterstütze, als Fotograf akkreditiert gewesen zu sein. Da ich für die Volume-Eventfotos die Aufnahmen aber im Normalfall sehr schnell liefern muss, sind diese oft eher schnell bearbeitet. Die Bilder wirklich zu perfektionieren, benötigt oft mehr Zeit und Ruhe im Nachgang, weshalb ich diese nun auch hier am Blog präsentieren möchte. Wer meine volle Galerie des Events auf Volume sehen möchte, findet sie hier.

Ich fotografierte die finalen drei Acts, weshalb für mich die Schweizer Heavy-Metal-Band Burning Witches den Anfang machte. An diesem Abend war die Band mit Abstand die agilste auf der Bühne. Bei einem Altersunterschied von mehreren Jahrzehnten zu den später folgenden Soulfly aber auch wenig überraschend.
Der schnelle Heavy-Metal-Livesound der rein weiblichen Kombo erinnerte mich instinktiv an Iron Maiden. Nur eben mit etwas mehr Bühnenpräsenz. Passend zu einer energiegeladenen Show war auch das Bühnenlicht gut abgestimmt, um ohne viel Schnickschnack die Bandmitglieder richtig auszuleuchten. So war es auch ein Leichtes, die passenden Shots mit nach Hause zu nehmen.

Mit Soulfly folgte für mich die Überraschung des Abends. Bands aus den Neunzigern sind oft eine Blindbox im Alterungsprozess und klammern sich ab und zu nur noch an den bekannten Bandnamen. Nicht so Soulfly, die von der ersten bis zur letzten Minute ihres Sets mit gefühlten 200 % Energie performten.
Auch wenn die Truppe rund um Frontmann Max Cavalera (Ex-Sepultura) nicht mehr die beweglichste ist, schaffte sie es, den brasilianischen Metal-Vibe auch auf den Grazer Schlossberg zu übertragen. Getragen wurde die ganze Show nicht nur von Frontmann Max, sondern vor allem von seinem Sohn Zyon Cavalera am Schlagzeug. Dieser war der herausragendste Musiker des Abends und zog mit seiner Technik, Energie und Geschwindigkeit die ganze Band mit sich. Die Kombination aus drei erfahrenen Künstlern an den Saiteninstrumenten und einem jungen Bandmitglied an den Drums war wohl nicht nur für mich ein unerwartetes Highlight.

Ein eher zu erwartendes Highlight waren die schottischen Piratenmetaller Alestorm. Diese lieferten eine professionelle und gut durchgetaktete Show. Von einer überdimensionalen aufblasbaren Gummiente, die ins Publikum geworfen wurde (wo sie nicht lange überlebte), bis zu einem rappenden Hai beim Cover von Taio Cruz’ „Hangover“ war die Performance darauf ausgelegt, niemals langweilig zu werden.
Auch die neuen, noch unbekannteren Songs wie „The Storm“ oder „Frozen Piss 2“ wurden so eingestreut, dass sie sich mit den bekannten Hits „Mexico“, „Drink“ oder „P.A.R.T.Y.“ die Klinke in die Hand gaben.
Die Band kam hier vor allem am Anfang des Sets mit etwas weniger spektakulärem Bühnenlicht aus, was die Shots auf den ersten Blick nicht super spannend machte. Mit etwas mehr Zeit fürs Editing schaffte ich es dann aber doch, mit dem Outcome zufrieden zu sein.
Metal on the Hill hat mich nicht enttäuscht. Drei großartige Bands, die – wenn auch im gleichen Genre – nicht unterschiedlicher hätten sein können, ein Publikum, das voll dahinter war, und der Ausblick auf ein nächtliches Graz beim „Abstieg“ vom Schlossberg.



















































