Retro Lens Review – Cosina 28-70mm 1:4 MC Macro

von | Jan. 20, 2026 | Allgemein | 0 Kommentare

Manche Flohmarkt-Deals fallen in die Kategorie „jo, eigentlich wuascht“. Und genau dieser Gedanke brachte mich in den Besitz eines leicht wunderlichen M42-Zoomobjektivs. Das Cosina 28–70 1:4 MC Macro schlummerte in der Wühlkiste eines Fotoflohmarkts am Grazer Jakominiplatz, während ich eigentlich auf der Suche nach einem günstigen Einbeinstativ war.
„M42 wirst du sonst nicht viel hier finden, die sind zu begehrt“, erklärte mir der Verkäufer. Daher entschloss ich mich, dieses Altglas mit einer sichtbaren, aber nicht beseitigbaren Schliere am Frontglas für zwei Euro mit nach Hause zu nehmen und versuchte erst einmal, mehr über das Objektiv herauszufinden.

Manche Flohmarkt-Deals fallen in die Kategorie „jo, eigentlich wuascht“. Und genau dieser Gedanke brachte mich in den Besitz eines leicht wunderlichen M42-Zoomobjektivs. Das Cosina 28–70 1:4 MC Macro schlummerte in der Wühlkiste eines Fotoflohmarkts am Grazer Jakominiplatz, während ich eigentlich auf der Suche nach einem günstigen Einbeinstativ war.
„M42 wirst du sonst nicht viel hier finden, die sind zu begehrt“, erklärte mir der Verkäufer. Daher entschloss ich mich, dieses Altglas mit einer sichtbaren, aber nicht beseitigbaren Schliere am Frontglas für zwei Euro mit nach Hause zu nehmen und versuchte erst einmal, mehr über das Objektiv herauszufinden.

Hersteller: Cosina
Modellbezeichnung: 28–70mm 1:4 MC Macro
Herstellungsjahr: frühe 1980er
Brennweite: 28–70mm
Blende: f/4 – f/22
Filtergewinde: 62mm
Blendenlamellen: 8
Gewicht: 408g
Naheinstellgrenze: 30cm

Zeitsprung in den Winter. Es vergingen ein paar Monate, bis ich endlich die perfekte Gelegenheit für ein Review fand. Denn ein Zoomobjektiv verortete ich persönlich am ehesten in der Natur- oder Reportagefotografie. So war es schließlich perfekt, als ich beim FIS Junior Slopestyle ein Event coverte, das A) outdoor war, B) sich gut für eine Reportage eignete und C) durch ein Vintage-Objektiv einen coolen Look bekommen könnte. Außerdem wäre die schnelle Snowboard-Action auch ein guter Indikator dafür, wie smooth das Zoomen und Fokussieren in der Realität funktioniert.

Und in diesem Gesichtspunkt machte das Objektiv auch einen guten ersten Eindruck. Die Ringe zum Verstellen der Brennweite, der Blende und des Fokus bewegten sich feingängig und problemlos. Das Fokussieren funktionierte mit Fokus-Peaking ebenfalls ohne Schwierigkeiten – wenn man den Schärfebegriff im erweiterten Sinne nimmt. Denn besonders scharf ist das Objektiv nicht. Vermutlich auch durch die Verunreinigung auf der Innenseite der Frontlinse. Auch der Kontrast lässt einiges zu wünschen übrig. Durch Abblenden auf Blende 8 lässt sich dieser Effekt aber zumindest minimieren, und es entstehen Bilder mit passabler Schärfe.

Ebenfalls wirklich auffallend war die starke Vignettierung im Weitwinkelbereich der Brennweite. Bei 28mm war dieser Effekt wirklich schon extrem und beinahe mehr als nur „Vintage“. Aber auch das reduziert sich beim Abblenden deutlich. Generell waren die Bilder bei Blende 8 meine Favoriten aus dem Set. Auch wenn die Porträts bei Offenblende durch den zwangsweise weichen Bildlook ebenfalls ihren Charme haben. Man muss eben nicht mehr viel künstlich aufweichen, wenn dies bereits das Objektiv erledigt.

Die Makrofunktion testete ich nur am Rande kurz, fand aber an diesem Tag keinen Shot, bei dem sie richtig gut zur Geltung kam.

Fazit
Dass die Linse ihren Anschaffungspreis von zwei Euro wert ist, würde ich auf jeden Fall bejahen – war aber auch nicht die schwerste Aufgabe. Das Cosina 28–70mm macht Spaß, ist einfach zu bedienen und lieferte ansehnliche Ergebnisse. Auch wenn es bei Weitem kein perfektes Objektiv ist, trifft es den Begriff Vintage ziemlich gut und sorgt für einen kreativen Bildlook.

+ gute Haptik
+ gerine Naheinstellgrenze
+ organischer Retro Bildlook

– wenig Schärfe und Kontrast
– extreme Vignettierung im Weitwinkelbereich

Raphael Sperl