Normalerweise ist eine Fotowanderung für mich auch immer eine gewisse Portion Fitnesstraining. Und zwar in dem Sinne, dass ich fast immer noch etwas Extragewicht einpacke. Ein Objektiv hier, ein paar Filter da, vielleicht doch das große Stativ und ein paar Backup-Akkus – und schon sind ein paar Kilo Zusatzgewicht im ohnehin schon vollgestopften Rucksack.
Doch ist das eigentlich notwendig? Sagen wir mal: na ja. Natürlich ist es gut, am Berg auch fotografisch auf alle Situationen vorbereitet zu sein, doch reicht im Grunde nicht auch ein minimalistisches Setup? Diese Frage wollte ich mir bei meiner letzten spontanen Winterwanderung auf die Frauenalpe selbst beantworten.
Da ich eine Abfahrt mit meinem Snowskate geplant hatte, kam für mich ein Rucksack aufgrund der eingeschränkten Bewegungsfreiheit nicht infrage. Also packte ich ausschließlich meine Fujifilm X100 ein (die originale erste Version aus dem Jahr 2010), da diese mit 126 × 74 × 54 mm und ca. 440 g locker in eine Jackentasche passt.

Dass die Kamera mit ihrer Festbrennweite von 23 mm (entspricht 35 mm auf Vollformat) eingeschränkte Möglichkeiten in Sachen Bildwinkel hat, störte mich an diesem Tag nicht weiter. Einerseits sind dann eben meine Beine der Zoom, andererseits hat die Fujifilm eine exzellente Bildverarbeitung und produziert absolut traumhafte Bilder. Außerdem ist sie mit einer Offenblende von f/2 und vielen coolen Features wie einem eingebauten ND-Filter sehr potent ausgestattet.
Auch wenn bei meiner Wanderung noch nicht das große Schneeparadies auf der Frauenalpe vorherrschte, war die Lichtstimmung bei Sonnenuntergang dennoch eine ganz besondere. Hier kann ich eine absolute Empfehlung für alle aussprechen, die auch mit wenig Aufwand richtig schöne Momente in der Natur genießen wollen. Denn auch im Winter ist man zu Fuß (natürlich mit gutem Schuhwerk) in knapp einer Stunde am Gipfel. Möglich ist das dank einer perfekten Wander- und Abfahrtsspur, die von der Familie Frisch von der Murauerhütte nach jedem Schneefall frisch präpariert wird.

Während die letzten Sonnenstrahlen hinter der Ackerlhöhe verschwanden und sich der Himmel von Blau zu Violett verfärbte, holte ich so einige Lieblingsshots aus der kleinen Fuji-Kamera heraus. Zwar wünschte ich mir ab und zu etwas mehr Weitwinkel, doch im Grunde waren alle Fotos auch mit der verfügbaren Brennweite problemlos möglich.
So kann ich meinen Versuch als absolut gelungen ansehen und werde mir wohl das ein oder andere Mal wirklich nur ein minimales Setup einpacken. Denn Geschichten erzählen können die Bilder der Fujifilm X100 ebenfalls wunderbar.























