Play Ball! Zum Fotografieren bei den Dirty Sox Graz

von | Aug. 11, 2026 | Allgemein, Sport | 0 Kommentare

Als Baseballfan in der Steiermark ist es nicht gerade einfach. Denn mit nur einem Feld und einem Team im ganzen Bundesland ist man nach Kärnten das Schlusslicht in Österreich. Lediglich die 1991 gegründeten Dirty Sox bewahren den Sport im grünen Herz Österreichs vor dem Aussterben. Und das in dieser Saison auch mit Bravour. Das Team steht vor dem letzten Spieltag kurz vor dem Einzug in die Playoffs. Ich war beim letzten Gameday dabei und habe ein paar Eindrücke fotografisch festgehalten.

Ein Gameday = 3 Spiele

Um die Baseballliga in Österreich effizienter zu gestalten, finden an einem Spieltag immer drei Games von drei Teams statt – sprich: einmal jeder gegen jeden. Das bietet nicht nur kürzere (und spannendere) Spiele, sondern auch Abwechslung einen ganzen Tag lang. Dieses Mal waren mit den Metrostars und den Lawnmowers zwei Teams aus Wien zu Gast. Da beide ebenfalls um den Einzug in die Playoffs kämpfen, gab es drei Spiele auf absoluter Augenhöhe.

Auch wenn der Ballpark der Dirty Sox sehr einfach gehalten ist, kann ich abseits der Fotografie eine Empfehlung für einen Besuch abgeben. Die Getränkepreise in der Kantine sind mehr als fair, der Burger ist gut und es gibt einige überdachte Sitzplätze, um die Ballgames gemütlich im Schatten verfolgen zu können.

Equipmenttalk

Doch zurück zur Fotografie. Um das Geschehen perfekt einzufangen, griff ich auf meine Lieblingssportlinse zurück. Das Canon 300mm f/2.8 L stammt zwar aus dem Jahr 1987, ist aber eine absolute Macht, was die Bildqualität angeht. Die Fotos sind gestochen scharf, haben ein gutes Bokeh und einen tollen Kontrast. Gepaart mit dem zuverlässigen Autofokus meiner Canon EOS R6 Mark III ist es die perfekte Kombination, um das Geschehen auch aus der Ferne abzulichten.

Denn wirklich nahe ans Geschehen kommt man beim Baseball nicht. Lediglich bei der Position hinter der Homeplate kommt man recht nahe heran – allerdings nur, wenn man durch die Maschen des Zaunes fotografiert. Ansonsten sollte man sich beim Baseball möglichst aus der Schusslinie halten. Einen Baseball auf den Körper zu bekommen, endet schmerzlich, beim Equipment vermutlich teuer.

Ein guter Platz, um das Spiel abzulichten, ist für mich beim Dugout – dem vergitterten Bereich, in dem sich die Spieler befinden, die gerade nicht auf dem Feld stehen. Im Fußball würde man es Wechselbank nennen, im Baseball hat man hier einen cooleren Begriff und eine etwas größere Ausführung.

Dieser Fotospot bringt einen guten Überblick über das Spielfeld – besonders auf Pitcher und Batter.

Die Dirty Sox begrüßen mich immer mit Freude im Dugout, auch wenn das Spiel gerade nicht rosig läuft. Dass die Grazer nie aufgeben, bewiesen sie aber just in dem Moment, als ich von der Teamarea der Sox meine Fotos des letzten Innings machte. So scorten sie sieben Runs und drehten die Partie gegen die Metrostars. Da in diesem langen Inning beinahe jeder Spieler und jede Spielerin at Bat – also zum Schlagen – war, konnte ich perfekte Highlight-Close-ups ablichten.

Shutterprobleme

Wie schwierig Baseball zu fotografieren ist, darüber machte ich mir davor eigentlich wenig Gedanken. Doch auch ein Gameday in einer der unteren österreichischen Ligen bringt das Kamerasetup an seine Grenzen. Denn die Bälle erreichen mit über 100 Meilen pro Stunde eine Geschwindigkeit, die der Sensor mit elektronischem Verschluss nicht korrekt verarbeiten kann. So wirkt sogar auf der neuen Canon R6 Mark III ein Baseball nach dem Schlag etwas unnatürlich verzogen. Ein Problem, mit dem ich leben musste, denn die zwölf mechanischen Auslösungen pro Sekunde sind für Baseball tatsächlich zu wenig.

Das tat meiner Freude am Fotografieren und am Ballgame aber keinen Abbruch – auch in Anbetracht dessen, dass nach dem Spiel schon ein Burger und ein kaltes Getränk auf mich warteten.

Wer sich also einmal einen gemütlichen Sportnachmittag in Graz machen möchte: Auch 2027 wird es wieder Gamedays im Ballpark Graz geben. Mich trefft ihr dort ganz bestimmt.

Raphael Sperl