Manchmal geht es ja gar nicht so sehr um die Fotos. Dieser Trip nach Valdobbiadene in der italienischen Region Treviso war eigentlich für eine Geburtstagsfeier geplant. Dass die Location für die Feier sowie meine Unterkunft mitten im Herzen eines UNESCO-Weltkulturerbes liegen, war aber natürlich kein ganz ungeplanter Zufall. Wer würde schon nicht gerne seinen Geburtstag mit Blick über eine der schönsten Regionen Italiens feiern?
Daher nutzte ich die zwei Tage auch voll aus, um mir besonders kurz nach Sonnenaufgang und kurz vor Sonnenuntergang – also zur goldenen Stunde – die Beine zu vertreten. Mit dabei natürlich ein recht vollgepackter Fotorucksack, um die Natur- und Kulturlandschaft mit all den dazwischenliegenden Prosecco-Gutshöfen im perfekten Licht einzufangen.

Wichtiger als die Erinnerungen, die ich auf meiner Speicherkarte mit nach Hause gebracht habe, war in dieser Region aber der Gesamteindruck. Denn die lauen Morgenstunden mit dem Geruch der Weinberge, der blühenden Kräuter und Blumen – die bleiben sogar mir als Mensch mit nicht besonders ausgeprägtem Geruchssinn in Erinnerung. Momente, die selbst in mir ein „La Dolce Vita“-Gefühl wecken und für kurze Zeit Stress und To-do-Listen vergessen lassen. Auch wenn die Fotografie hier zur Nebensache wird, sind die Ergebnisse aufgrund der endlosen Motive mehr als herzeigbar.

An Equipment hatte ich meine spiegellose Kamera mit vier Objektiven dabei: ein 70–200 mm Tele, das leichte und kompakte 17–40 mm Weitwinkel, das Sigma 50mm 1.4 Art und ein altes Helios-44 für ein Retro-Lens-Review (mehr dazu aber ein anderes Mal). Besonders mein Sigma 50mm bereitete mir wieder richtig Freude und zeigte mir, warum es schon jahrelang meine Go-to-Wahl als „Immerdrauf“ ist: tolles Bokeh, knackscharf und ein perfekter Fokus – optimal, um ohne viel über Settings nachzudenken die Momente einzufangen.

Abgesehen von der atemberaubenden Landschaft habe ich so nebenbei auch einiges über Prosecco gelernt – vor allem, welchen man trinken sollte, um am nächsten Tag kein Kopfweh zu bekommen. Und um hier auch mal Tipps außerhalb der Fotografie zu geben: Prosecco D.O.C.G – die Premiumvariante, da er aus der Hügellandschaft und nicht aus dem Flachland stammt – sowie Extra Brut, da dieser kaum Restzucker enthält, sind deutlich besser ohne Hangover genießbar. Denn ich war selbst nach einer Prosecco-Verkostung am nächsten Morgen fit genug, um noch vor Sonnenaufgang draußen zu sein.
Um auch einen Tipp für einen guten Fotospot zu geben: Von Santo Stefano hat man am frühen Morgen einen perfekten Ausblick auf die Hügel und das angrenzende Flachland, das nach und nach von den ersten Sonnenstrahlen beleuchtet wird. Ein Wochenendtrip, der mal nicht in eine Großstadt gehen soll? Hier ist man genau richtig – vermutlich sogar auch ohne Kamera.
































