Zu Sonnenuntergang auf den Talkenschrein

von | Aug. 14, 2025 | Allgemein | 0 Kommentare

Von den Gipfelwanderungen in der Eselsberger Alm gilt jene auf den Talkenschrein als die einfachste und schnellste. Laut Tourenbeschreibung, die neben der Knollihütte – dem Ausgangspunkt der Wanderung – angegeben ist, dauert der Aufstieg rund zwei Stunden über den Funkelsee. So setzte ich mir das Ganze als ungefähre Benchmark für die Wanderung.

Von der Knollihütte zum Funkelsee

Der Einstieg in die Wanderung ist gleich ein szenischer: Vorbei an einem Wasserfall geht es durch ein kurzes Waldstück auf eine Hochebene. Diese bietet eine gute Rundumsicht auf die Gipfel der Eselsberger Alm – vom Greim über den Hochstubofen und den Meleck bis zum Talkenschrein und dem danebenliegenden Schober. Die Hochebene führt leicht bergauf in Richtung Idlereckscharte und wird erst unmittelbar vor dem Funkelsee steiler.
Aufgrund des bewölkten Wetters wurde der See an diesem Tag leider nicht seinem Namen gerecht. Der See markiert zeitlich ungefähr die Hälfte der Wanderung, auch wenn der größte Anstieg im zweiten Teil der Etappe liegt.

Über die Idlereckscharte auf den Gipfel

Der zweite Teil der Wanderung kann als der unterhaltsamere gesehen werden. Vorbei an kleinen Lacken geht es abwechselnd über steilere und flachere Passagen in Richtung Idlereckscharte (2.144 m). Von dort aus bot sich zum ersten Mal der Blick auf die Berge des nördlich gelegenen Ennstals. Auch der Blick zurück auf die bisherige Route über den oberen Almboden war zu dieser späten Tageszeit beeindruckend.

Von der Scharte aus erfolgten die finalen 200 Höhenmeter steil und direkt aufsteigend zum Gipfel des Talkenschreins.

Der Sonnenuntergang war an diesem Tag von besonderer Sorte: Zog während des Aufstiegs noch ein kurzer Regenschauer durch die Eselsberger Alm, so brach nun die tiefstehende Sonne durch die Wolkendecke und hüllte das Gipfelkreuz in warmes oranges Licht, während darüber noch immer dunkle Wolken thronten.
Auch das Grün der umliegenden, niedrigeren Gipfel erschien in einem unglaublichen Farbenspiel. Die Schoberspitze sowie ihr felsiger Nordgrat im Süden des Talkenschreins erinnerten mich daran, dass auch diese Mission eines Tages noch bevorsteht.

Insgesamt benötigten wir für den Aufstieg knapp 90 Minuten. Die angeschriebenen zwei Stunden sind also durchaus realistisch – wir hatten an diesem Tag einfach einen schnellen Schritt. So blieben uns noch gut 20 Minuten, um am Gipfel zu verweilen und den Moment zu genießen, als die Sonne hinter den Wolken verschwand.

Welches Equipment für den Berg?

Da die Wanderung recht spontan beschlossen wurde, packte ich an diesem Tag nur ein sehr leichtes Setup ein. Dieses bestand aus meiner Canon EOS R6 mit dem Canon 17–40 mm f/4 L sowie dem Meike 85 mm f/1.8. Beide Objektive gehören zu den leichtesten in meinem Fundus und liefern dennoch eine sehr gute Bildqualität.
Weiters hatte ich noch ein 28 mm f/2.8 Yashica-Objektiv mit, das ich für mein Vintage-Review testete – mehr dazu bald hier im Blog.

Auch wenn mir für Teleshots etwas Brennweite fehlte, war das Setup im Großen und Ganzen eine gute Wahl für den Gipfel – zumal die kurze Dauer der Tour sicher auch mit etwas mehr Gewicht machbar gewesen wäre.

Raphael Sperl