Der Bosruck ist den meisten wohl nur aus den Verkehrsmeldungen im Autoradio ein Begriff, da der gleichnamige Autobahntunnel die Hauptverkehrsverbindung zwischen der Steiermark und Oberösterreich herstellt. Mit 1.997 Metern ist er selbst in der nicht sonderlich hochalpinen Steiermark kein herausragender Gipfel. Doch seine Dominanz gegenüber den umliegenden Bergen und die ausgezeichnete Rundumsicht sind schon mal ein erstes Argument, diesen Berg auf dem Radar zu haben.
Das wohl gewichtigere Argument für den Bosruck ist jedoch der Aufstieg über den Klettersteig und die Wanderroute, die als Überschreitung mit zwei weiteren Nebengipfeln gedacht ist. Aber sehen wir uns mal die Hard Facts an:
Start- und Zielpunkt: Ardning Alm
Länge:
Dauer: ca. 6.5 Stunden
Höhenmeter: 980
Schwierigkeit: Anspruchsvoll, Klettersteig II-III, Vor dem Gipfel leichtes kraxeln
Beste Jahreszeit: Frühsommer, Herbst

Von der Ardning Alm Hütte bis zum Klettersteig
Vom Parkplatz an der Hütte geht es anfangs auf Güterwegen, später recht direkt und steil über Almwiesen bis zum ersten gebirgigen Teil der Wanderung. Da der Weg beim Aufstieg vor allem an der Südostseite des Bosruck verläuft, ist man bei Schönwetter dem prallen Sonnenschein ausgesetzt. Spoiler Alert: Dies zieht sich über einen Großteil der Tour – also ist ein ausreichender Wasservorrat von großem Nutzen.
Nach ca. 400 Höhenmetern beginnt der alpine Teil der Wanderung. Zwischen Büschen und entlang des langsam immer steiler ansteigenden Kamms wird die Aussicht schon bald weitreichender, da man nun auch das nördlich gelegene Oberösterreich erblicken kann. Nach etwa zwei Stunden erreicht man den Einstieg des Klettersteigs.

Der Wildfrauensteig
Der Klettersteig ist nach der gleichnamigen Wildfrauenhöhle benannt, welche sich nur 50 Meter neben dem Einstieg befindet. Er erstreckt sich über 337 Höhenmeter und ist mit Schwierigkeit II–III angegeben. Abgesehen von ein paar Passagen entlang der Südostseite in der Wand des Bosrucks ist der Klettersteig weitestgehend unspektakulär und immer wieder von Wanderpassagen unterbrochen. Die zwischenzeitlichen Abschnitte an der Nordseite des Bosrucks sind eine angenehm kühlere Abwechslung zum ansonsten ausnahmslos sonnigen Aufstieg.
Über einen Vorgipfel, der einen guten Fotospot und Pausenplatz bietet, erreicht man nach ca. 90 Minuten im Klettersteig schließlich den Gipfel des Bosruck.

Gipfelaussicht und Abstieg über den Kitzstein
Der Gipfel bietet eine hervorragende Aussicht auf die oberösterreichische Pyhrn-Eisenwurzen-Region, die von der A9 durchschnitten wird, sowie auf das steirische Ennstal mit dem mächtigen Grimming und dem Dachstein mit den letzten Gletschern der Steiermark am Horizont. Auch wenn die Weitsicht an diesem Tag etwas getrübt war, bot das Panorama dennoch eine tolle Kulisse für die Pause vor dem Abstieg.
Dieser erfolgte über den Gipfel des Kitzstein (1.925 m) auf einem steilen und wirklich rutschigen Weg zurück in Richtung Ardning Alm. Wirklich rutschig ist hierbei keine einfache Floskel, sondern ein gut gemeinter Tipp an Wanderer aller Fähigkeiten. Die staubigen und trockenen Wege im Abstieg waren kaum zu bewältigen, ohne mindestens einmal auf dem Hosenboden zu landen.
Zurück auf den Güterwegen gibt es an einer Tränke die mittlerweile langersehnte erste Möglichkeit, die Trinkvorräte an einem Brunnen aufzufüllen und sich für die letzten Kilometer bis zum Ausgangspunkt zu stärken. Vorbei an einigen Berghütten bietet sich auch noch der eine oder andere idyllische Fotospot im Vorbeigehen.
Zurück an der Ardning Alm bot die Gastwirtschaft einen perfekten Platz, um die Rundwanderung auch kulinarisch ausklingen zu lassen. Hier kann ich eine absolute Empfehlung für eine Pause abgeben – denn die selbstgemachten Kaspressknödel waren die besten seit sehr langer Zeit.

Meine Ausrüstung & die besten Fotospots der Wanderung
Da ich bereits vorab wusste, dass diese Tour bei dem Wetter und der Dauer kein Vormittagsspaziergang wird, packte ich mein Kamera-Equipment eher kompakt ein. Auf meiner Canon R6 hatte ich standardmäßig das 17–40 mm f/4 L, da dies ein leichtes sowie kompaktes Setup bedeutet und – abgesehen von schwierigeren Klettersteigpassagen – auch immer um die Schulter getragen werden kann. Zusätzlich hatte ich für Tele- und Nahaufnahmen noch ein 70–200 im Gepäck. Abgerundet wurde das Ganze durch das 40 mm f/2.8 Pancake-Objektiv, das mit 130 Gramm kaum ins Gewicht fällt.
Die besten Fotospots der Wanderung finden sich auf der Ostseite des Gipfels sowie beim Abstieg durch die zerklüftete Felslandschaft. Auch der Gipfel mit dem Blick auf Grimming und Dachstein sowie die Hütten inmitten von Bergwiesen und dem Bosruck im Hintergrund bieten beim Abstieg die schönsten Fotokulissen der Tour.

























