Da sich die 24mm Brennweite vor allem für Street-Fotografie sowie Landschaften eignet, bot sich mein Sommertrip nach Kroatien perfekt an, um ein paar Eindrücke an der dalmatinischen Küste einzufangen. Dabei machte es von Anfang an Spaß, mit dem alten Objektiv entlang touristischer Strandpromenaden zu fotografieren und sich mit dem manuellen Fokus vertraut zu machen. Das bewusste Entschleunigen passte auch irgendwie zu solchen Tagen am Meer – ich achtete dann noch bewusster auf Motive, statt einfach alles abzulichten.
Die Bildqualität des überwiegend aus Metall gefertigten Objektivs überraschte mich sehr positiv. Die Ergebnisse waren knackscharf und hatten einen top Kontrast. Sogar in den Bildecken, wo andere Objektive oft versagen, blieb dieses erstaunlich scharf. So konnte ich auch im Postprocessing richtig stimmige Ergebnisse erzeugen, die das Flair eines Sommertags an der Küste widerspiegeln.

Die Lensflares bei Gegenlichtaufnahmen fielen sechseckig und vor allem violett aus. Allerdings waren sie nicht besonders ausgeprägt und hatten im besten Fall einen charmanten Retro-Vibe. Auch der sechsstrahlige Sonnenstern bei geschlossener Blende ließ sich schön in Szene setzen. Im Gegensatz dazu kann man bei einer Offenblende von f/2.8 bei 24mm nicht allzu viel Bokeh erwarten.
Selbst bei Langzeitbelichtungen am frühen Morgen konnte ich einige Momente einfangen, die nicht nur vor Ort – in der Hafenbucht von Makarska – Wirkung zeigten.

Fazit:
Das Yashica war wohl eines der sympathischsten und besten Vintage-Objektive, die ich bis jetzt testen konnte. Perfekt für Tage, an denen man nicht vordergründig fotografieren möchte, aber am Ende mit wenigen Shots trotzdem ein tolles Set beisammen hat.
Pluspunkte:
+ Scharf bis in die Bildecken
+Guter Kontrast
+Leichte Bedienbarkeit
+Großer Bildwinkel+Lensflares dezent und charmant
Minuspunkte:
– Schwer, ein gutes und günstiges Exemplar zu finden